| |
Eine Krähe kräht!
Nach einem nasskalten unfreundlichen
Februartag und dem alltäglichem
Tagesausklang, versank ich plötzlich in
wunderschöne Gedanken und Erinnerungen. Ich
spürte in mir ein leises, wärmendes Fernweh.
Meine Phantasie, das Feuer der Begeisterung
ließ mich sofort zu meinem Lieblingsziel
reisen.
Ein Gedanke - ein sehnsüchtiger Wunsch -
eine klare Vorstellung - und dann natürlich
die Verwirklichung! Spontan unterhielt ich
mich mit meinem Innersten, meiner Seele. Ja,
ich war schnell davon fasziniert diesen
großen überzeugten Schritt zu tun.
Eine Reise in das verlockende und
zauberhafte Land Indien. In das Land, von
dem ich oft träumte und mir die bunten
Bilder mit den Augen meiner Seele nach Hause
holte. Das wohl klingende Wort Indien allein
erfüllte mein Herz immer wieder mit Freude
und Entzücken. Denn dieses Land hatte ich
schon in meinem Herzen aufgenommen, als ich
das erste Mal vor 15 Jahren in Indien war.
Seitdem hatte es hier seinen festen Platz
und es ließ mich bis heute nicht mehr los.
Nachdem ich mit meinen vielen Reisen nach
Indien dieses unvergessliche genussvolle
Erlebnis schon öfter mal hatte, war für mich
dieses sonnenfreundliche exotische Land kein
fremdes unbekanntes Land mehr. Ein
bisschen egoistisch dachte ich mir, so ab
und zu muss man sich eben selber etwas Gutes
und Schönes schenken. Das heißt ein Ventil
öffnen und rauslassen, was man nicht
brauchen kann, was stört oder einen einfach
nicht zur Ruhe kommen lässt.
So wollte ich eben mit dieser Reise, im März
2006, meiner Seele, dem Haus meiner Seele
und allem, was damit verbunden ist, mal
wieder einen kleinen Urlaub, eine verdiente
Auszeit gönnen. Sozusagen meine
Lebensbatterie, die mal wieder ziemlich
schwach geworden war, aufladen.
Der westlichen Zivilisation entflohen,
meinen Heimatkontinent hinter mich gelassen,
verlasse ich von großer Erwartungsfreude
erfüllt das Flugzeug. Noch bevor die Sonne
aufgeht, dürfen meine Füße die geliebte rot
schimmernde Erde Indiens berühren. Mein
erster Blick fällt auf die vielen schwarzen
Krähen, die sich alle zum Willkommensgruß
versammelt haben. Wie im Traum begrüße ich
aus tiefem Herzen diesen jungen indischen
Morgen. Eine unvergessliche feuchtschwere
heiße Luft umfängt mich, taucht mich ein in
dieses Paradies und ich atmet diesen
unbeschreiblichen lieblichen Duft wie in
Ekstase in mich hinein. Denn Gerüche wecken
bei jedem Menschen ganz individuelle
Erinnerungen an Situationen oder Dinge im
Leben.
Dieses Land, in dem östliche Spiritualität
und westliche Lebensart mühelos ineinander
verschmelzen, verbindet mich schon lange mit
einer geheimnisvollen Sehnsucht. So wird
wieder einmal für mich aus einem kleinen
Gedankenfunken ein großes leuchtendes
indisches Feuer.
Dem strengen hübschen
Inder, der meinen Pass am Flughafen
kontrolliert, kann ich das erste Lächeln
abgewinnen. Es tat mir gut und funktioniert
natürlich nur, wenn man selber ein offenes
und weites Herz hat und seine Freundlichkeit
gerne und spontan verschenkt.
Mein gelb-schwarzes Taxi holpert an satten
grünen Reisfeldern vorbei, an kleinen Seen,
übersät mit edlen Lotosblumen, die wie
leuchtende Flammen im Wasser schwimmen und
immer wieder winken mir kleine braune Hände
entgegen. Im Hintergrund grüßen die
mächtigen Hotelpaläste und wollen mich
einladen. Nicht für Vieles möchte ich mit
ihnen tauschen, denn ich sehne mich nur nach
meinem kleinen schnuckeligen Hotel, das ich
ja schon bald erreicht habe. Das
freudevolle, herzliche und liebevolle
Wiedersehen mit dem Personal, die hohe
Gastfreundschaft, lässt mich einfach ganz
schnell Zu Hause und glücklich sein. Mit
meinen kleinen individuellen westlichen
Geschenken kann ich die Herzen der
vertrauten Menschen innig und liebevoll
bewegen.
Die Einrichtung meines Zimmers ist ganz
einfach. Das Bett hat vier Füße und ein
Brett, ist wackelig und hart, die Farbe der
Handtücher ist nicht weiß und nicht beige,
einfach nicht zu erklären und manchmal sind
sie sogar mit kleinen Löchern verschönert.
Schaue ich von meinem winzigkleinen
Zimmerbalkon aus auf das Wohnen, Leben und
Treiben meines indischen Nachbars
Großfamilie, so befinde ich mich in einem
Grandhotel. Immer und jeden Tag zieht es
meinen Blick und mein Herz dorthin, wo
natürlich auch wunderbare Kinder in der
Familie sind, und ich grüße sie mit einem
Lächeln, das mir natürlich gerne zurück
geschenkt wird.
Ein Sprichwort sagt, geteiltes Glück ist
doppeltes Glück. Ja, genauso wie es ist,
fühle ich mich wohl und es wird für die
kommenden Wochen mein kleines freundliches
und liebevolles Himmelreich.
Die kleine Terrasse von meinem Urlaub zu
Hause, hoch über den Dächern ist mein
Lieblingsplatz, auf dem ich die Stunden, die
Zeit vergessen kann, zeigt meinen Augen und
allen meinen Sinnen „Indien pur”. Die
lebhafte Straßenkreuzung, die ich von hier
aus genießen kann, ist ein kleines,
zeitloses aber lebendiges Traumparadies.
Alle Menschen, alle schönen und
interessanten Dinge dieses Landes fließen
ineinander über und finden auf ihre Art und
Weise ihren Platz, ihren Weg und erreichen
natürlich zuletzt auch ihr Ziel.
Meine Augen können auf einmal gar nicht
alles erfassen, was sich da alles bewegt,
sie sehen Händler jeglicher Art,
Eisverkäufer, Menschen aus allen Teilen
Indiens, Autos klein und groß, Rikschas,
Motorräder, zwischen drin leuchten wieder
verführerisch die herrlichen Farben des
Saris einer Inderin. Diese beeindruckenden
Farben habe ich sowieso immer vor Augen,
wenn ich an das Land denke. Denn sie
verraten Tradition. Dann sehe ich wieder
Schubkarren, Lastwagen, manchmal einen
Elefanten, auch ein Maharaja verirrt sich
mal des Weges, Schweinchen, Kühe, kleine
Inder und Inderinnen, - dieses Bild ist für
mich ein ganz besonderer Augenschmaus -
natürlich westliche Touristen, die es
besonders eilig haben, trotz Urlaub und im
Gegensatz zu den Einheimischen selbst. Mein
Lieblingsfilm läuft ab, ohne Regisseur und
Leinwand. Einfach unermüdlich und
unvergesslich! Hier wird mir das Wesentliche
im Leben wieder besonders bewusst. Meine
herrlichen Stunden vergehen, wie Minuten.
Diesmal habe ich sowieso kein festes Ziel,
mich interessieren weniger die Bau- und
Götterkultur, sondern einfach nur die
Begegnungen mit den Menschen, insbesondere
die von Gott so hübsch gemachten kleinen
Naturschönheiten, damit meine ich natürlich
die Kinder mit ihrem sonnigem Gemüt.
Bewundernswert für mich ist das hohe.
ausgeprägte Selbstwertgefühl dieser
Menschen, von denen viele nicht mehr und
nicht weniger zum Leben haben als sie
täglich brauchen.
Als allein reisende Frau, mit einem Rucksack
voller Liebe und Begeisterung und einer
gesunden, neugierigen und beherzten Moral
errege ich natürlich auch Neugier und
genieße einfach die große Gastfreundschaft
der Einheimischen. Denn seitdem ich das
erste Mal in Indien war, spüre ich in mir,
dass unsere Seelen etwas Gleiches,
Wunderbares miteinander verzaubert und
verbindet. Zwischen Zutraulichkeit, etwas
Unsicherheit und Misstrauen schwankend und
denkend lasse ich mich mal wieder in den
exotischen Zauber Indiens fallen.
Nachdem ich mich ja in die fernöstliche
Kultur schon etwas hinein vertieft und
hinein gelesen hatte, werde ich immer
sicherer und heimischer. Ist es nicht so,
dort wo man den ganzen Tag von wärmenden
glanzvollen Sonnenstrahlen angestrahlt wird,
kann man doch auch nur wieder Liebe zurück
geben?
Bewegt, bin ich immer wieder aufs Neue, wenn
ich diese einfache menschliche Eleganz
spüre und sehe, die diese Menschen
ausstrahlen, ausleben und ihren Mitmenschen
spüren lassen. Man kann so viel von ihnen
lernen. Wenn ich nur sehe, wie sie mit ihrem
Körper spielend leicht umgehen und den
verschiedenen Emotionen natürlichen, freien
Lauf lassen. Es ist einfach ein besonderes,
schönes Gefühl für mich, sie einfach
anzuschauen. Dazu noch die Vielfalt der bunt
schimmernden und farbenfrohen Gewänder:
feine Seide, weiche Baumwolle bemalt und
bedruckt mit indischen Motiven sowie
geschmückt mit Brokatfäden und
Applikationen.
Ich befinde mich wie in einem Märchenland. -
Einem Märchenland, das jeden Tag bewacht und
bestrahlt wird von der goldenen Sonne. Man
meint fast, von den Seelen der Menschen
lässt die Sonne die Sorgen, die sie nicht
zeigen, wie dicke Steine abfallen. Darum
Menschen, die jeden Tag Sonnenkraft
einatmen, die können ja nur strahlen wie die
Sonne. Gerne lasse ich mich von ihrem
goldenen Charisma verführen und befinde mich
dann dort, wo Himmel und Erde sich berühren.
Manchmal muss man wirklich nicht immer
bewusst nach etwas streben, sondern auf
seine Seele hören und es dann auch geschehen
lassen. Einfach den Mut haben, auf sein Herz
hören und es nicht nur als Leistungsmotor
betrachten. Meine Seele, ein Sonnenstrahl
Gottes sind es, die mich in dieses Paradies
geführt haben. In dieses sonnenvergoldete
Land, dem meine große Liebe und Sehnsucht
gehört und von dem ich mich immer wieder
gerne inspirieren, beleben und verführen
lasse.
Immer wieder ertappen wir uns dabei und
entwickeln einen verkehrten Stolz, der uns
von Lust und Leben trennt. Loslassen, sich
eine kleine Auszeit gönnen und sich einen
Seelentraum erfüllen, auch das gehört zum
Leben. Zwischen Hören und Sehen ist eben ein
himmelweiter Unterschied. Und so muss ich
eben hierher kommen in dieses sonnige
Palmen-Traum-Paradies und mich selber von
Land und Leuten überzeugen.
Die schwarze sternenfunkelnde Nacht lässt
mal wieder einen wunderschönen
erlebnisreichen Sonnentag zu Ende gehen.
Meine Augen schließen sich müde und dankend
und ich freue mich schon wieder auf den neu
beginnenden Urlaubstag.
Früh am Morgen erwacht Indien wie aus dem
Dornröschenschlaf. Die Menschen werden schon
beschenkt mit einem makellosen blauen
Himmelsdach, das sich über die Erde wölbt.
Die Sonne mit ihren goldenen Strahlen spitzt
hinter den schwingenden, tanzenden
Palmzweigen hervor und die vielen schwarzen
Krähen, krächzen ihr lautes beeindruckendes
Morgenlied. Das pulsierende Leben nimmt
wieder mal seinen Lauf. Mein Herz freut sich
jeden Tag neu über die wunderbaren Menschen,
die Gott mit soviel Schönheit und Anmut
begnadet hat.
Die schillernde, glatte, braune, makellose
Haut,. die vollen, schwarzen wie Ebenholz
glänzenden Haare und natürlich die tief
dunklen Kulleraugen, die ich besonders an
den Kindern so liebe. Denn nur über die
Augen baut man Brücken von Mensch zu Mensch,
von Land zu Land; von Kontinent zu Kontinent
und ist die Entfernung noch so groß.
Indien ist Magie. Hinter jedem dunklen
Augenpaar versteckt sich etwas
Geheimnisvolles und trotzdem Vertrautes.
Schaue ich in die funkelnden, tiefschwarzen
Augen eines indischen Kindes, meine ich
fast, ich kann die zarte versteckte Seele
berühren und kleine Geheimnisse darin lesen.
Diesen Blick, der mein Gemüt erwärmt und
meine Liebe überschäumen lässt, suche ich
mir jeden Tag. Nein, ich muss ihn mir nicht
suchen, er wird mir tausendmal geschenkt.
Wenn sich dann noch ein bisschen mehr bewegt
und ich sehe wie so eine kleine Hand mich
berührt, dann höre ich nur noch mein Herz
ganz leise sagen, so dass nur ich es hören
kann.
Helfen macht Freude und bringt Frieden, hier
herrscht Hilflosigkeit! Denn wir wissen ja
alle, die Freude, die man aussendet, kehrt
ins eigene Herz zurück. Und diese Freude
spüren zu dürfen, ist ein Gefühl der
Glückseligkeit.
Eigentlich kenne ich
von zu Hause immer nur dieses Wetteifern und
Wettrennen mit der Zeit. Dem kann ich hier,
verwöhnt von der wärmenden Sonne, dem
endlosen, weiten Meer und den unzähligen
hohen schwingenden, grüßenden Palmen mit
Leichtigkeit entrinnen. Mein Körper, mein
Geist und meine Seele genießen die Lust, die
Freude und die Ruhe am Leben, am
Urlaubsleben. Gottes Schöpfung hat dem Land
Indien soviel Schönes gegeben, so dass sich
alle Sinne daran erfreuen können ohne satt
zu werden. Spiegelt sich dann noch die Sonne
im Meer, so meine ich unzählige Edelsteine,
in den Farben eines Regenbogens schweben
durch die Luft.
Mein Körper, mein
Geist und meine Seele genießen die Lust, die
Freude und die Ruhe am Leben, am
Urlaubsleben. Gottes Schöpfung hat seinem
Land Indien soviel Schönes gegeben, so dass
sich alle Sinne daran erfreuen können ohne
satt zu werden.
Hier in Südindien
(Kerala) ist ja die Wiege von Ayurveda, der
Wissenschaft vom Leben. In diese Wiege lasse
ich mich an so manchem Tag fallen, und
genieße diese jahrtausend alte Tradition in
Form einer wohltuenden Massage. Meine Seele,
mein Geist und mein Körper danken mir dafür,
sind miteinander vertraut und tanzen erneut
im Einklang.
Jetzt muss ich innehalten, denn ich sitze
gerade bei meiner alten Lieblingshütte am
Strand. Mit sonnenverbleichten Palmzweigen
gedeckt, abgegrenzt mit alten Bambusrohren,
einfachen Stühlen und Tischen aus Plastik,
und was mir ganz wichtig ist, meine Füße
können mit dem feinen Meeressand spielen.
Also ohne jeglichem Komfort und doch für
mich ein kleines Königreich.
Die Sonne sehe ich als einen roten schweren
Ball im nachtblauen Meer versinken. Ein
Ritual, das sich nicht nur Touristen,
sondern auch viele Einheimische gönnen. Es
ist einfach etwas Göttliches. Ganze Familien
sauber und hübsch gekleidet kommen und
schauen sich dieses stille und doch mächtige
Naturschauspiel an. Mit Ehrfurcht und
Andacht sitzen sie am Strand und wieder
werden meine Augen angezogen von den fast
festlich und so schön bunt gekleideten,
goldigen Kindern. Das Haar mit frischen
Blumen blütengeschmückt. Hier kann man
wirklich sagen, die kürzeste und schönste
Kommunikation zwischen Menschen ist ein
Lächeln.
Jeder ist so mit seinen eigenen Gedanken
allein. Gott lässt auf so wunderbare Weise
langsam und besinnlich die Nacht an den
vergangenen Tag heranschleichen. Es herrscht
romantische, wärmende Stille in dieser
lauten Welt. Ja, in diesem Moment spüre ich
die wunderbare Allmacht Gottes. Höchstens
eine Palme rauscht im angenehmen wärmenden
Nachtwind leise eine Krähe kräht ein letztes
Mal müde ihr Abendlied. Mit geschlossenen
Augen kann ich diese unbeschwerte Ruhe noch
besser genießen und spüren.
Diese mentale Stille, die mich voll umfängt,
lässt Körper, Geist und Seele im Einklang
sein. Ich spüre die Ruhe und das Glück bis
in den kleinsten Winkel meines Körpers. In
dieser stillen Glückseligkeit flüstert mir
meine Seele zu: bleibe hier, genieße die
Ruhe, die Leichtigkeit, die Unbeschwertheit
und die tiefe Sinnlichkeit dieses
geheimnisvollen exotischen Paradieses.
Nicht vergessen werde ich diese Mondnacht,
er scheint in einem weißen kühlen Licht, die
Wellen, die sanft ans Ufer rollen, diese
himmlische Stimmung, die mein Herz wie die
ruhigen zarten Wellen des Meeres schlagen
lässt. Wer unterhält sich denn schon mit
seiner Seele? Auch eine Seele hat Wünsche
und Ziele, die man von Zeit zu Zeit erfüllen
muss, um nicht eine Maschine in dieser
hektischen Welt zu sein. Lebenslust und
Lebensfreude richtig ausleben, bringt neue
Interessen und wahre Freude am Leben zurück.
Dazu verfalle ich in eine Meditation, die
Welt um mich herum hält den Atem an. Ich bin
mein eigener Meditationslehrer. Hier in dem
Land meiner Träume kann ich genügend Balsam
für meine Seele tanken und damit meinen
Seelen- und meinen Lebenshunger stillen.
Nachdem die Sonne im Meer versunken ist,
glüht der Himmel noch einmal auf. Das
Abendrot wird schmaler und schmaler, bis es
ganz am Himmel zerfließt und schon beginne
ich am Nachthimmel die unendlichen, kleinen
und großen goldenen Sterne zu zählen. Die
Nacht ist nun so langsam hereingebrochen.
Vor mir rauscht das endlose, dunkle, wilde
Meer. Es hat seine eigene Musik und Melodie
und alle werden dazu eingeladen mitzusingen.
Die bunten Lichter in meiner geliebten,
alten, vertrauten Hütte funkeln auf,
leuchten in die dunkle Nacht und ich freue
mich auf mein fantastisches, fangfrisches
Fischgericht, das es nirgends auf der Welt
besser gibt als hier. Ja, selbst von der
indischen Küche geht ein besonderer Reiz und
Zauber aus.
Die Inder sind einfach Künstler in jeder
Beziehung. Sie mischen Süßes, Scharfes,
Salziges und Saueres gekonnt miteinander.
Meine Zunge sowie mein Geschmackssinn danken
mir für diese Leckereien. Dazu noch ein
würziger Milchtee „Jaipur“ mit Stangenzimt,
Nelken, Pfefferkörnern und duftendem
Kardamom. Ich kann die indische Küche sowie
die ganze indische Esskultur nur jedem
empfehlen. Den Gaumenschmaus der exotischen
Früchte gönne ich mir jeden Tag aufs Neue.
Das Aroma einer frischen Papaya oder einer
saftigen Ananas gehört zu den kulinarischen
Höhepunkten des Tages.
Ja vieles begreift man hier in Indien nicht
mit dem Verstand, sondern einfach mit seinem
Gefühl. Indien nicht nur leben, sondern es
unbedingt mit allen seinen Sinnen empfinden
und fühlen. Man muss allem nur mit offenem
Herzen entgegentreten und schon bekommt man
so viel nicht Kaufbares und Kostbares
geschenkt.
Augustinus Aurelius sagte einmal: „In dir
muss brennen, was du in andern entzünden
willst.“ So lasse ich mich gerne von den
liebevollen Menschen, denen ich begegne
anstecken. Sie lassen mir oft nur durch
ihren freundlichen, zufriedenen, ruhigen und
ausgeglichenen Blick ihrer schönen Augen
wissen, ich bin mit meiner Seele im
Einklang. Mit anderen Worten: ich brauche
nicht viel, nichts mehr zum Glücklichsein.
Egal, wo meine Füße die sonnengewärmte Erde
Indiens berühren, ich befinde mich immer in
einer offenen, freundlichen und
hilfsbereiten Atmosphäre.
Ist es nur ein schöner Traum oder ist es gar
ein Märchen? Viele wunderschöne Gedanken
schwirren durch meinen Kopf, doch die
allerschönsten Eindrücke und Erlebnisse
binde ich mit Liebe und Freude zusammen ,
trage sie in meinem Herzen mit nach Hause
und wärme und nähre meine Seele, mein Leben
damit.“
Diesen kostbaren Schatz für mich, dieses
neue frische Lebenselixier, die getankte
Kraft, die innere Seelenruhe, das Vertrauen,
die Erfahrungen und noch so vieles Schöne,
was ich in Indien erleben durfte, werde ich
nicht für mich behalten, sondern meine
Lieben und Mitmenschen damit anstecken,
dankbar und in liebevollen Gesten und Worten
weiter geben und verschenken.
Eine Krähe krähte! |